Probleme der Giganten - die größten Container-Schiffe

der Liniendienste können sich auf der Elbe ohne die

Veränderung der Fahrrinne bald nicht mehr begegnen.

Die maritime Wirtschaft fordert deshalb seit Jahren

die Elbvertiefung.

Auch auf dem Nord-Ostsee-Kanal werden die Containerschiffe immer größer – Reedereien fordern deshalb seit Jahren den Kanalausbau.

Grenzen des Wachstums?

Über Mega-Liner auf der Elbe

und Feeder-Schiffe auf dem NOK

Foto: Tony Zech

Container-Schiffe sind zu Symbolen der Globalisierung geworden –

sie haben die weltweite maritime Logistik seit den 1970er Jahren

total verändert. Auf dem Nord-Ostsee-Kanal gehören sie zum

Alltagsbild. Auch hier werden sie allerdings immer größer.

Wenn über die maritime Handelsschifffahrt diskutiert wird, liegen die Meinungen

weit auseinander, wie auf der Welthafenkonferenz in Hamburg Anfang Juni 2015

deutlich wurde. Die einen fordern den Ausbau der Zufahrtswege zu den Häfen,

größere Containerterminals in denselben, die Verbesserung der Infrastruktur bei

Anlandung und Abtransport der Warenströme überhaupt.

Zu den Befürwortern zählen Großreedereien wie Maersk, die jetzt elf weitere

Mega-Frachter bestellt hat. Sie sollen alle bisherigen Schiffsgrößen für Container-

frachten in den Schatten stellen.

Diese Ankündigung von Maersk gilt

in der Branche als neue Überraschung

und vor allem als Kontrapunkt zu den

Warnungen der OECD (Organisation

für wirtschaftliche Zusammenarbeit)

vor immer größeren Schiffen.

Einer Studie der OECD zufolge sind

die ökonomischen Vorteile der

Mega-Liner geringer als bisher ange-

nommen. Wenn dies stimmt, haben

die Naturschützer weitere Munition

für ihren Widerstand gegen Elbver-

tiefung und Umweltbelastung.

Noch scheint das Wachstum der Container-Giganten ungebremst, bis zum Jahre

2017 dürfte eine weitere Generation mit einer Kapazität von 21.000 TEU auf den

Weltmeeren autauchen -  voll beladen für den Hamburger Hafen viel zu groß,

ob mit oder ohne Elbvertiefung.

Was dies für Auswirkungen auf den Nord-Ostsee-Kanal haben wird, ist derzeit

schwer abzuschätzen. Die Erfahrung zeigt, dass immer größere Mega-Carrier

auf den interkontinentalen Schifffahrtsrouten auch Neubauten größerer

Feederschiffe nach sich ziehen. Logistik-Experten sehen im Nord-Ostsee-Kanal

allerdings schon bald die Grenzen des Wachstums kommen: Der NOK wird

eines Tages einfach zu klein sein, um gegen die Skagen-Route zu konkurrieren.

Einige Container-Reedereien lassen ihre Feederschiffe schon

heute auf dieser Strecke fahren –

eine Folge zahlreicher Widrig-

keiten in den letzten Jahren im

Nord-Ostsee-Kanal.

Immerhin wird jetzt damit begonnen,

den Nord-Ostsee-Kanal auf der

Oststrecke vor Kiel auszubauen,

so dass die großen Feederschiffe dort

dann eines Tages die abgeflachten

Kurven befahren und sich dort auch

begegnen können, was zurzeit wegen

der geringen Breite der Kanalsohle

nicht möglich ist. Es wird mit einer

Bauzeit von über 10 Jahren gerechnet.

Auf der Elbe ist ständig Betrieb - die riesen Container-

schiffe bringen die Boxen in den Hamburger Hafen,

wo sie tw. auf Feeder-Schiffe geladen und danach

durch den Nord-Ostsee-Kanal  gebracht werden.

Foto: Tony Zech

Fotos: Tony Zech

Das

Erlebnismagazin

2017 ist da!

Mit großem

historischen Special

zur Geschichte

des NOKs.

Containerschiffe und Feederschiffe sind die Symbole der Globalisierung,
Tag und Nacht. Und sie werden immer größer - auf den Weltmeeren,
auf der Elbe, auf dem Nord-Ostsee-Kanal.
In Brunsbüttel wird zurzeit im Kanal eine 5. Schleusenkammer gebaut.
Sie soll in 7 Jahren fertig sein. Welche Größenordnungen die Schiffe dann
erreicht haben werden, kann niemand verlässlich beantworten.

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